Politische Bilder


Blick zurück auf die Ausstellung „Politische Bilder“

Im September und Oktober 2020, also am Rande der Einschränkungen für Kunst und Kultur, fand eine kleine Werkschau für Bilder statt, die in diesem Jahr entstanden. Da ich von Hause aus Politologe und Historiker für die frühe Neuzeit bin, zeigte ich in Berlin-Lichtenrade zehn „Politische Bilder“.


Die Leihgabe | Öl auf Leinwand, 60×50, 2020

Wer zeigt hier eigentlich wem den Mittelfinger? Seit der Finanzkrise 2008 offenbarte sich die Praxis großer Banken, mit den Einlagen ihrer Kunden riskante Investments einzugehen. Bilanzen der Banken explodierten – doch zu welchem Preis? Vor der Börse in Mailand steht die Skulptur einer mahnenden Hand.

Sie würde als Leihgabe auch gut an die Taunuspromenade in Frankfurts Bankenviertel passen.

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Neukölln – Elsenstraße | Öl auf Leinwand, 50×60, 2020

Erinnern wir uns im Jahr 30 nach der Einheitsfeier noch an die Brutalität der Mauer und an die Opfer, die dort ihr Leben ließen? Bedenken wir heute, dass Freiheit von der Angst und Freie Wahlen damals in West und Ost ein begehrtes Gut waren? Verachten wir nicht die Demokratie!

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„Mauerfall“ | 2007, Öl auf drei verbundenen Leinwänden, 80 x 120 cm

Drei Mauerelemente, wie sie Berlin zerteilten, fielen – wie alle – 1989. Aber fiel auch der Bundesadler? Wer lachte zuletzt? Fragen über Fragen.

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„Ostalgie“ |2002 (Applikationen als Verfremdung 2015), 40 x 50 cm

Fünfundzwanzig Jahre danach drängte sich mir die Frage auf, wann zusammenwächst was zusammen gehört. War Ostalgie die Sehnsucht nach Abgrenzung? Was segelt da auf mich zu?

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„Neue Birken in Liebermanns Garten“ | 2018, Öl auf Sperrholz, 40 x 50 cm

Das Bild greift Liebmanns Gartenbilder auf, verweist aber, weil die Birken 2008 noch jung waren, gleichzeitig auf das Schicksal der Familie und des 1940 enteigneten Grundstücks.

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„Rue St. Denis am 30. Juni 1878“ (Kopie) | 2018, Öl auf Leinwand, 50 x 40

Diese Adaption des Gemäldes von Claude Monet (Katalog Nr. 470) hält die Demokratie-Begeisterung in den Straßen von Paris fest. Anlässlich der Ausrufung der republikanischen Demokratie und einer neuen Verfassung für die III. Republik kannte die Freude auf den Straßen keine Grenzen.

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